Das dritte Benedikt XVI. Forum in Altötting – mit einem Interview mit Prof. Dr. Dr. Ralph Weimann

Pubblicato il 16 maggio 2026 alle ore 12:00

Von Lea Amodio, Übersetzung von Hannah Ochel

Aller guten Dinge sind drei.
Auch in diesem Jahr wird Altötting (Diözese Passau), das katholische Herz Bayerns, vom 1. bis 5. Juli 2026 Schauplatz des dritten Benedikt XVI. Forums sein, eine Initiative, bei der sich theologische Vorträge und Zeiten der Spiritualität abwechseln, organisiert unter der Schirmherrschaft der Fundatio Christiana Virus e.V., in wissenschaftlicher Partnerschaft mit der Joseph Ratzinger Papst Benedikt - Stiftung und mit Medienberichterstattung der deutschen Sender K-TV und EWTN.DE.

Das kleine Städtchen mit einer Ansammlung barocker Kirchen wird erneut von intensiven Tagen belebt, die dazu gedacht sind, Reflexionen über das Denken von Joseph Ratzinger - Benedikt XVI. - und Momente des Gebets zu teilen.

Eine weitere Ausgabe fand hingegen im vergangenen Winter in Hamburg statt und kündigte neue Stationen des Formats aus Altötting an.

Zu den mit Spannung erwarteten Höhepunkten gehört die traditionelle Fackelprozession rund um den Platz der Gnadenkapelle, um die sich die anderen Kirchen, die städtischen Gebäude und die Pilgerunterkünfte gruppieren. Eine kultivierte und familiäre Atmosphäre rund um Maria, die in einer kleinen Kapelle ihr Zuhause gefunden hat, einem Kreuzungspunkt für viele Pilger auf der Suche nach ihrem Schutz und ihrem Blick.

„Altötting hat dank Bischof Schraml eine neue ‚Schatzkammer‘ erhalten. Wo einst die Schätze der Vergangenheit, kostbare Gegenstände der Geschichte und der Frömmigkeit aufbewahrt wurden, befindet sich nun der Ort für den wahren Schatz der Kirche: die ständige Gegenwart des Herrn in seinem Sakrament. (…) In der heiligen Hostie ist er gegenwärtig, der wahre Schatz, für uns immer erreichbar.“

Predigt zur Marienvesper mit Ordensleuten und Seminaristen aus Bayern in der St. Anna Basilika (11. September 2006).

Der letzte Termin ist stets die Heilige Messe in der Päpstlichen Basilika St. Anna, die an die Verbindung zu Rom und zum Vatikan erinnert.

„Hier, in dieser Basilika, gilt unser Gedanke Maria, die ihr Leben ganz im ‚Bei-Jesus-Sein‘ gelebt hat und die deshalb den Menschen ganz zur Verfügung stand und steht: Die Votiftafeln bezeugen dies konkret.“

Predigt zur Marienvesper mit Ordensleuten und Seminaristen aus Bayern in der St. Anna Basilika (11. September 2006).

Die Vorträge finden hingegen nur wenige Schritte vom Hauptplatz entfernt im Begegnungszentrum statt.

Auch in diesem Jahr wird unter anderem für junge Menschen bis 35 Jahre ein zusätzliches Programm angeboten, das darauf ausgerichtet ist, die Möglichkeiten des intellektuellen, spirituellen und menschlichen Wachstums, die Altötting und seine Umgebung in diesen Tagen bieten, voll auszuschöpfen.

Bei der kommenden Ausgabe im Juli werden u.a. Dr. Franz Haringer, Theologe und Leiter des Geburtshauses von Papst Benedikt in Marktl am Inn, der Professor der Universität Wien, Dr. Jan-Heiner Tück, sowie der Bischof em. der Universitätsstadt Eichstätt, Msgr. Hanke OSB, teilnehmen. 

Bereits in den vergangenen Ausgaben haben verschiedene Persönlichkeiten am Forum teilgenommen, Berichte über die Jahre des Pontifikats von Msgr. Georg Gänswein, dem langjährigen Privatsekretär von Joseph Ratzinger, der Regensburger Bischof Msgr. Rudolf Voderholzer, als Direktor des Papst-Benedikt-XVI.-Instituts; Vorträge mit ökumenischen Impulsen von Prof. Dr. Stephanos Athanasiou und eher persönliche Erfahrungsberichte der Mitarbeiter P. Hermann Geissler FSO (zu Zeiten der Kongregation für die Glaubenslehre und später als Direktor des Internationalen Newman-Zentrums), Sr. Christine Felder (die dreißig Jahre lang als Sekretärin ihres älteren Bruders, Msgr. Georg Ratzinger, tätig war) oder dem Pfarrer Dr. Martin Trimpe, einem direkten Schüler von Prof. Ratzinger, als dieser an der Universität Münster lehrte.

Hinzu kommen die stets anwesenden Referenten: Kardinal Kurt Koch, Präfekt des Dikasteriums für die Einheit der Christen und Schirmherr des Ratzinger Schülerkreises, Prälat Markus Graulich SDB, Professor für Grundsätze und Geschichte des kanonischen Rechts, Untersekretär beim Päpstlichen Rat für Gesetzestexte und Experte für Fragen zwischen Staat und Kirche.

Und natürlich der Initiator des Forums, Prof. Dr. Dr. Don Ralph Weimann, Experte für Dogmatik, Moraltheologie und Bioethik. Wir haben ihn gebeten, uns von den Anfängen des Benedikt-Forums zu schildern und dabei einige Fragen für unsere Leser zu beantworten.

1) Professor Weimann, wie ist das „Benedikt XVI. Forum“ entstanden, was ist es und wodurch unterscheidet es sich von anderen ähnlichen Initiativen?

Das Forum entstand im Jahr 2023 nach dem Tod unseres geliebten Heiligen Vaters. Die Idee dahinter war, seine Theologie den Menschen zugänglich zu machen, weil sie etwas zu sagen hat: Sie spricht von Jesus Christus und zeigt, dass der Glaube nicht nur wichtig und schön, sondern auch logisch ist. Deshalb haben wir ein fünftägiges Format gewählt, in dem wir seine Theologie vertiefen und zugleich einen geistlichen Rahmen schaffen, in dem der Glaube erfahrbar wird.

 

2) „Hinführung zum Christentum“ (2024), „Der Sinn für das Heilige“ (2025). Anhand der Titel der bisherigen Ausgaben, die von einigen Passagen aus den Schriften von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. inspiriert sind, können wir die bisher behandelten Themen nachverfolgen, wobei sich Vorträge und Erfahrungsberichte abwechseln. Wie wird das Thema Jahr für Jahr ausgewählt? Worauf möchten Sie im Rückblick auf die vergangenen Ausgaben besonders hinweisen?

Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. verstand es, ausgehend vom Glauben der Kirche Antworten auf die aktuellen Fragen der Menschen zu geben. Auch wir möchten dieser Linie folgen, indem wir jene Themen in den Mittelpunkt rücken, die für die Menschen heute von Bedeutung sind. So stand im vergangenen Jahr der „Sinn für das Heilige“ im Zentrum. Darin zeigt sich, dass immer mehr Menschen auf der Suche nach dem Großen und Heiligen sind, nach dem, was allein das Leben erfüllen kann: Gott. Wie dies geschehen kann, haben wir anhand der Theologie Ratzingers aufgezeigt. Ausgewählte Vorträge werden zudem jedes Jahr in Buchform veröffentlicht.

 

3) In diesem Jahr lautet das Thema „Heilung durch Glauben“, in dieser von inneren und äußeren Kriegen gekennzeichneten Welt ein Thema, das aktueller denn je ist. Was ist von dem diesjährigen Forum zu erwarten?

Aus unterschiedlichen Perspektiven wird aufgezeigt, wie Heilung im Glauben möglich wird; denn der Glaube ist jene Kraft, die den Menschen verwandelt. Joseph Ratzinger / Benedikt XVI. war zeitlebens ein Mensch des Glaubens. Ihm war bewusst, dass Gott alles vermag. So berichtet die Heilige Schrift, dass der Herr dort Wunder wirken konnte, wo Glaube vorhanden war (vgl. Mk 6,5–6). Deshalb ist es notwendig, dass auch wir die heilende Kraft des Glaubens neu entdecken. Viele Menschen tragen heute innere und geistige Lasten, leiden in ihrer Psyche, in ihrer Seele. Christus aber ist der Arzt der Seele und des Leibes. So möchten wir neu den Blick auf die heilende Kraft des Glaubens richten.

 

4) Das erste Forum in Hamburg im November 2025 stand unter dem Thema „Wahrheit als Herausforderung für Kirche und Gesellschaft“. Es gab auch zahlreiche Bezüge zur Ökumene und zum Leben christlicher Menschen in den konkreten täglichen Herausforderungen der Gesellschaft sowie zur Art und Weise, wie man in ihr Zeugnis für die Wahrheit ablegt. Was bedeutet es, das Forum im protestantischen Norddeutschland zu organisieren? Sind weitere Veranstaltungen in derselben Stadt oder auch in anderen deutschen Diözesen geplant?

Wir haben im letzten Jahr zum ersten Mal ein Benedikt-Forum in Hamburg abgehalten. Vor allem viele junge Menschen haben daran teilgenommen, was uns darin bestätigt hat, dass die Wahrheitsfrage von großer Bedeutung ist. Papst Benedikt verstand sich als „Mitarbeiter der Wahrheit“, und dieses Thema ist zeitlos. Der Erzbischof von Hamburg hat uns ermutigt, erneut ein solches Forum abzuhalten. Wir werden sehen, wann das möglich ist. Ende Oktober 2026 wird es in Herzogenrath ein Benedikt-Forum für junge Leute zu einem aktuellen Thema geben: „Befreiung vom Bösen.“

 

5) Das Forum findet hauptsächlich in Altötting statt, nur wenige Kilometer von Markt am Inn entfernt, einem Ort, der somit von Anfang an mit der Kindheit und dem priesterlichen Wirken von Joseph Ratzinger - Benedikt XVI. verbunden ist, der symbolisch seinen Bischofsring am Zepter der Statue der Madonna mit dem Kind in der Gnadenkapelle zurückließ. Wie sehen Sie die Verbindung, die Joseph Ratzinger - Benedikt XVI. im Laufe der Jahre zur Stadt Altötting und ihrer Umgebung aufgebaut hat? Was verbindet Benedikt Ihrer Meinung nach mit seinen Wurzeln, mit der traditionellen bayrischen Volksfrömmigkeit?

Joseph Ratzinger war immer ein Mann des Glaubens. Diesen Glauben hat er sich bis zuletzt bewahrt. Gott war für ihn Wirklichkeit, ebenso die Engel und Heiligen. Daher hatte er eine ganz besondere Beziehung zu Altötting. Dort war er als Kind, Jugendlicher, Seminarist, Priester, Bischof und Papst. Nach seinem Tod brannte eine Kerze aus Altötting, dem größten Marienwallfahrtsort Deutschlands, neben seinem aufgebahrten Leichnam. Er hatte sein Leben dem Herrn übergeben und dabei stets auf die Gottesmutter Maria geschaut und sie auf ihn. Mit ihr war er so eng verbunden, dass er ihr seinen Bischofsring zum Geschenk machte. Dieses Zeichen sagt mehr als viele Worte.

 

6) Und schließlich: Wie möchten Sie unsere Leser dazu einladen, am diesjährigen Benedikt XVI. Forum vom 1. bis 5. Juli teilzunehmen?

Wer nach dem Großen und Schönen im Leben sucht, ist bei Papst Benedikt XVI. und seiner Theologie genau richtig. Wer Antworten auf die großen Fragen des Lebens sucht, ebenso. Und wer speziell nach der heilenden Kraft des Glaubens fragt und sie erfahren möchte, sollte in diesem Jahr vom 1. bis 5. Juli nach Altötting kommen.

Read the Italian and English versions under the photos. 

 

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