von Maria Jovič
Altötting, Juli 2. 2026.
BuchLab – JUNGES BENEDIKT XVI. FORUM SPECIAL EDITION
Anlässlich des 20. Jahrestags des Apostolischen Besuchs von Papst Benedikt in Bayern und in Altötting fand eine „Sonderausgabe“ des Formats „BuchLab“ statt. Lea Amodio, Chefredakteurin von Ratzinger Class, begleitete Jugendliche des Forums Benedikt XVI. bei der Erkundung von Orten in Altötting, die mit Papst Benedikt verbunden sind, sowie bei der Auseinandersetzung mit den beiden Ansprachen, die er am 11. September 2006 gehalten hatte – eine auf dem Platz vor der Gnadenkapelle und die andere in der Basilika St. Anna.
Im Spiegel dieser Texte reflektierten die jungen Teilnehmenden über die Rolle Mariens auf ihrem eigenen Glaubensweg und im Hinblick auf ihre persönliche Berufung.
Auf dem Stadtrundgang, der dem abendlichen Workshop zu den Texten vorausging, erzählte Amodio den Jugendlichen von der Rückkehr des Papstes nach Bayern, einem Land, dem er sich immer sehr verbunden gefühlt hat. Benedikt XVI. schenkte der Madonna von Altötting seinen Bischofsring, um diese Verbundenheit zu besiegeln.
In der Gemeinde Altötting erinnert eine kleine Ausstellung an diesen Tag und zeigt seine Gewänder, die Mitra und den Kelch.
Durch Altötting führt auch der Benedikt-Weg, ein Pilgerweg, der ganz Bayern bis ins österreichische Salzburg durchquert – auf den Spuren des jungen Joseph Ratzinger.
Die Jugendlichen lernten so auch die Plattform der Ratzinger Class. als redaktionelles und geistliches Projekt kennen. Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben an der Erstellung der Artikel für das Benedikt XVI. Forum mitgearbeitet und beim fotografischen Service zur Unterstützung der Medien geholfen. Am Ende des BuchLabs gab es viele Überlegungen und Fragen, ausgehend von den Texten und von dem eigens für den Anlass von Amodio verfassten Vortrag.
Einige bezogen sich auf die Person Joseph Ratzinger: Seine große Menschlichkeit, seine Nähe zum Heiligen und seine Liebe zu Christus – aus der seine „Theologie auf den Knien“ erwächst – machen ihn und sein Denken zu einer sehr faszinierenden Gestalt.
Die Fragen, an denen die Studierenden gearbeitet haben, lauteten:
Wer ist Maria für mich? Gebe ich Gott genügend Raum in meinem Leben? Was tue ich, um seinen Willen für mich zu suchen?
Benedikt fragt geradezu: „Herr, wohin gehen wir, wenn wir Ja zu deinem Ruf sagen?“
Und Lea mahnt: „Wie kannst du bei Ihm sein und bei Ihm bleiben? Wo kannst du mehr lieben?“
Was bedeutet es, Christus aufzunehmen, der nicht nur in der Heiligen Messe, sondern auch im täglichen Leben gegenwärtig ist.“
In Altötting ist alles ein Schatz – sowohl materiell als auch immateriell. Lea hat die Jugendlichen ermutigt, selbst zu einer „Schatzkammer“ zu werden und Christus als lebendige Gegenwart zu bewahren.
Zum Abschluss haben wir ein kurzes Interview mit Lea geführt:
1) Lea, wie ist diese Sonderausgabe des BuchLabs verlaufen?
Es ist sehr gut verlaufen.Es war für mich sehr schön, die Begeisterung und die Neugier der Jugendlichen zu sehen, ihr Engagement und die Unterstützung, die sie der Redaktion der Ratzinger Class während des gesamten Forums gegeben haben, um Material für die Presse und die Medien zu produzieren. Besonders danken möchte ich dir, Maria, Carola und Izabella, die ihr mir nicht nur inhaltlich geholfen habt, sondern auch, wenn ich die deutschen Wörter nicht wusste!
Das BuchLab ist ein Arbeitstisch zwischen Dozenten, Experten oder Wissenschaftlern und Studierenden. In diesem Fall war ich in der Rolle der „Wissenschaftlerin“, denn normalerweise haben wir große Lehrende.
Diesmal wollte ich jedoch in dieser „Sonderausgabe“ – als Wanderausgabe und...auf Deutsch! – die Liebe eines Mädchens wie euch einbringen, das auf einem geistlichen Weg und in akademischer Forschung unterwegs ist.
2) Warum begeistern sich junge Menschen für Benedikt?
Ich denke, es gibt hauptsächlich zwei Faktoren, und beide sind unwiderstehlich – man kann nicht gleichgültig bleiben:
• Einerseits ein großer Intellektueller, der mit großer Liebe und großem Vertrauen über Glaube und Vernunft spricht. Der das Heilige einkleidet, der die Liturgie und Christus als lebendige Person, als Begegnung, als Logos in den Mittelpunkt des christlichen Lebens stellt.
• Andererseits ein einfacher Mensch, ein „demütiger Arbeiter im Weinberg des Herrn“, der auf das Papstamt verzichtet, der sich klein macht, nahbar, nicht unersetzlich. In einer Zeit, in der Perfektionismus gefordert wird, fordert uns Ratzinger auf, innezuhalten, auf uns selbst zu schauen und den Blick zum Himmel zu erheben. Er hat Worte, die wahrhaftig im Dienst der Wahrheit stehen. Sie sind wirksam. Sie bringen zum Nachdenken. Sie wirken.
Und er ist ein Papst, der unbequeme Fragen nicht ausweicht. Der mit allen spricht. Im echten akademischen Dialog und mit der Welt.
3) Dies ist dein viertes Benedikt XVI. Forum. Seit zwei Ausgaben gibt es auch ein Programm speziell für junge Menschen mit wertvollen Erfahrungen zusätzlich zu den Vorträgen und Feierlichkeiten, die für alle vorgesehen sind. Wie ist diese Ausgabe im Vergleich zu den anderen verlaufen und warum sollten wir zum Forum zurückkehren?
Ja. Es gab drei in Altötting und eines in Hamburg. Der Unterschied liegt für mich persönlich darin, dass dies das erste Forum mit der Ratzinger Class war! Ein wichtiger Unterschied, denn es bedeutete, euch Redakteure für die Artikel zu koordinieren und fotografische Momente aufmerksamer festzuhalten, insbesondere für das Junge Benedikt Forum. Außerdem haben wir für die Class zusammen mit Prof. Dr. Haringer einen kurzen Dokufilm im Geburtshaus in Marktl produziert und verschiedene Social-Media-Clips mit Kardinal Koch und Prof. Tück (veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Communio). Das BuchLab war der einfachste Teil in der Vorbereitung!
Im Flugzeug, während ich „Die Tochter Zion“ (1977) noch einmal las, dachte ich an all diese Neuerungen und war vor allem gespannt darauf, eure Fragen und Überlegungen zu hören. Ich finde es sehr wichtig, ein Extra-Programm für junge Menschen zu haben. So können sie einfache Momente der Freundschaft und des Alltags in unserem gemeinsamen Haus teilen und außerdem alle zusammen an den Vorträgen und Feiern teilnehmen.
Wir kommen von verschiedenen Universitäten und Städten, ebenso aus unterschiedlichen kirchlichen und diözesanen Wirklichkeiten.
Es ist sehr interessant, einander kennenzulernen. Für manche ist es kaum zu glauben, dass eine Gruppe junger Menschen in der ersten Juliwoche – während viele Ferien haben oder Prüfungen schreiben – eine Woche auf den Spuren von Papst Benedikt verbringt.
Diese Ausgabe ist wie immer gut verlaufen. Ich denke aber, dass das Thema in diesem Jahr – aus Sicht der jungen Menschen – noch interessanter war! Das Böse fasziniert, aber die Wahrheit noch mehr.
Deshalb waren wir dort, denn „Heilung durch Glauben“ ist ein Thema, das wir als unser eigenes empfinden.
Wie oft möchten wir der Gesellschaft helfen und die Leiden heilen, die unsere Freunde mit dem Glauben durchmachen?
Wie oft geschieht das und ist es in uns selbst geschehen?
Der Talk zum Thema „Exorzismus“ mit don Weimann ist dafür ein Beleg: zwei Stunden Fragen und Antworten, und am nächsten Tag eine Zugabe.
Diese Zeit braucht Fürsorge und Hoffnung.
Für mich ist es selbstverständlich, zum Forum zurückzukehren:
Eine schöne Atmosphäre, interessante Vorträge, kompetente Referenten und vor allem intensive Momente der Spiritualität, bei Maria und unter ihrem Blick. Ich habe auch schon seit meiner Kindheit, seit ich denken kann, eine echte Schwäche für Deutschland! Deshalb ist es für mich auch eine weitere Gelegenheit, nach Bayern zurückzukehren, in eine geistliche Heimat. Ein Ort, an dem Fröhlichkeit und Strenge perfekt zusammenpassen – und das spiegelt mich wider.
4) Du bist Italienerin, was siehst du für Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und deiner Heimat?
Als Neapolitanerin und Italienerin erkenne ich in der bayerischen Heimat dieselbe volkstümliche Frömmigkeit wieder. Eine sehr weise und tiefe Frömmigkeit. Auch bei uns in Neapel und in Süditalien gibt es eine große Marienverehrung – zum Beispiel – und viele Orte zu ihren Ehren.
Ich denke, der Süden ist überall auf der Welt Süden. Dieser Papst Benedikt wusste das sehr gut.
5) Welches Buch würdest du einem jungen Menschen empfehlen, der anfangen möchte, sich intensiver mit Ratzinger zu beschäftigen?
Deus Caritas Est. Eine universale Enzyklika. Ein Manifest. Junge Menschen erleben einen Bruch beim Begriff „Liebe“. Viele Probleme entstehen genau daraus. Wenn man Agape und Logos, Glaube und Vernunft und die Liebe von der Wahrheit trennt, kann man nicht wirklich leben.
Die Liebe ist eine Form der Erkenntnis und die Erkenntnis eine Form der Liebe. Wer das weiß, liebt und lebt wirklich.
6) Du hast alle Orte in Bayern besucht, die mit Ratzinger verbunden sind. An welche Orte erinnerst du dich besonders?
Ich glaube, mein Lieblingsort „zum Leben“ ist Regensburg. Die Donau hat mich, in gewisser Weise, von Wien hierher geführt. Die Alte Kapelle, der Dom, die warmen Farben der Häuser, die menschliche Größe der Stadt. Eine Stadt für Pausen und für die Suche.
Auch Burghausen hat mich sehr beeindruckt, wo der kleine Joseph oft Ferientage mit seinen Eltern und Geschwistern verbrachte. Ich bin – „durch Fügung“! – genau am Tag des alten Mittelalterfestes dort gelandet. Eine Zeitreise! Dort wird das sehr ernst genommen, alles ist genau so wie damals.
Ein Märchendorf, durchzogen von einem smaragdgrünen Fluss. Die salzburgische Architektur erinnert mich an mein geliebtes Österreich.
Natürlich mag ich auch München sehr. Dort gibt es ein sehr nachhaltiges Leben, und die Geschichte der Wittelsbacher, die ich studiere, das Nationaltheater – das Stücke aus der griechischen und lateinischen Klassik aufführt, die Universität und die Bibliothek, mit der ich schöne Erinnerungen verbinde… Doch im Herzen trage ich vor allem Altötting und unsere Mutter dort in der Gnadenkapelle. Deshalb freue ich mich sehr, dass durch das Forum viele von euch zum ersten Mal hier waren. Man kehrt nicht nur körperlich hierher zurück, sondern auch mit dem Herzen, und das oft.
Ihr werdet es sehen!
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